Ein verstopfter Abfluss ist in der Leopoldstadt selten nur ein Problem der eigenen Wohnung. In den Gemeindebauten an der Vorgartenstraße, den Zinshäusern des Karmeliterviertels und den Neubauten im Nordbahnviertel teilen sich viele Wohnungen einen Strang. Dieser Beitrag klärt, wer im 2. Bezirk welche Reinigung bezahlt, woher Kanalgeruch kommt, wenn gar nichts verstopft ist, und wie die Reinigung von Strang und Grundleitung für das ganze Haus abläuft.
Ratgeber · Rohrreinigung
Abflussreinigung in der Leopoldstadt (1020 Wien): Geruch, Strang und wer zahlt
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Mehr erfahren zu RohrbruchMieter, Wiener Wohnen oder Genossenschaft: Wer im 2. Bezirk die Rohrreinigung zahlt
Die Kostenfrage stellt sich in der Leopoldstadt besonders oft, weil ein Großteil der Wohnungen gemietet ist. Die Regel ist einfach, die Praxis nicht immer. Einfach: Die Abflussleitung innerhalb der Wohnung, also Siphon, Anschlussrohr und der Abzweig bis zum Strang, gehört zur Nutzung der Wohnung. Verstopft sie durch Haare, Fett oder Essensreste, ist die Reinigung Sache der Mieterin oder des Mieters. Der Strang, der durch alle Geschoße läuft, die Sammelleitung im Keller und der Kanalanschluss gehören zum Haus; ihre Reinigung zahlt der Vermieter beziehungsweise die Eigentümergemeinschaft, meist über die Betriebskosten. Im Gemeindebau melden Sie eine Verstopfung im Strang an Wiener Wohnen, das einen Betrieb beauftragt; Verstopfungen in der Wohnung lässt der Mieter selbst beheben.
Schwierig wird es, wenn nicht klar ist, wo die Verstopfung sitzt. Deshalb dokumentieren wir bei jedem Einsatz im 2. Bezirk, an welcher Stelle und woraus der Pfropfen bestand: Feuchttücher im Strang, die aus einer bestimmten Wohnung kommen, oder Ablagerungen über Jahrzehnte, die niemandem zuzurechnen sind. Ein Rat für Mieter: Wenn mehrere Abflüsse gluckern oder Wasser in der Dusche hochkommt, ist der Strang betroffen; rufen Sie dann zuerst die Hausverwaltung, nicht auf eigene Rechnung einen Installateur, sonst bleiben Sie unter Umständen auf den Kosten sitzen. Für Notfälle in der Nacht gilt Gefahr im Verzug, dann ist der Anruf bei uns richtig, mit Meldung an die Verwaltung am Morgen.
Kanalgeruch ohne Verstopfung: Siphon, Sperrwasser und Lüftung
Viele Anrufe aus der Leopoldstadt beginnen mit dem Satz: Es riecht nach Kanal, aber alles läuft ab. Das ist fast immer ein Problem des Sperrwassers. Jeder Abfluss hat einen Siphon, ein gebogenes Rohrstück, in dem ständig Wasser steht und die Gerüche aus dem Kanal zurückhält. Verdunstet dieses Wasser, weil ein Ablauf lange nicht benutzt wurde, steigt der Geruch auf. Typisch sind der Bodenablauf im Bad, das Gäste-WC, der Waschmaschinenanschluss nach dem Urlaub oder der Ablauf in der Küche einer Zweitwohnung im Nordbahnviertel. Wasser nachgießen, fertig. Eine zweite Ursache ist der Unterdruck: Wenn im Zinshaus eine Wohnung darüber kräftig spült, kann das Sperrwasser aus dem Siphon darunter mitgerissen werden, wenn die Strangentlüftung über das Dach fehlt oder verstopft ist.
Dann gluckert es beim Spülen des Nachbarn und riecht danach; hier hilft nur eine Prüfung der Belüftung, was Sache der Hausverwaltung ist. Dritte Ursache ist der Biofilm: In Siphon und Überlauf des Waschbeckens bildet sich ein Belag aus Seifenresten und Haaren, der vor allem bei warmem Wetter riecht. Eine Reinigung des Siphons und des Überlaufs mit Bürste und heißem Wasser beseitigt ihn. Vierte Ursache ist ein Gerätesiphon, der falsch angeschlossen ist, etwa der Ablaufschlauch der Spülmaschine, der zu tief hängt. Bleibt der Geruch trotz gefülltem Siphon und gereinigtem Ablauf, prüfen wir, ob eine undichte Muffe im Rohr die Ursache ist.
Strang, Grundleitung, Kanalanschluss: Rohrreinigung für das ganze Haus
Eine Fallleitung, die durch fünf Geschoße läuft, verstopft nicht in einer Wohnung, sondern irgendwo zwischen Dach und Keller. Symptome sind Rückstau in den unteren Wohnungen, gluckernde Abflüsse in mehreren Stockwerken und Wasser, das aus dem Bodenablauf im Erdgeschoß austritt. Die Reinigung läuft dann anders als in einer Wohnung: Der Strang wird über die Putzöffnungen im Keller oder im Stiegenhaus mit der Motorspirale oder mit Hochdruck gespült, von unten nach oben, und danach mit der Kamera befahren. In den Gemeindebauten der Leopoldstadt sind die Putzöffnungen meist gut erreichbar, in den Zinshäusern des Karmeliterviertels oft hinter Verkleidungen versteckt oder gar nicht vorhanden; dann wird über den Anschluss einer Wohnung gearbeitet.
Die Grundleitung unter dem Haus und der Anschluss an den Wiener Kanal sind der nächste Abschnitt. Sie setzen sich mit Fett, Kalk und Sand zu, und in Donaunähe kann bei hohem Grundwasser oder Starkregen Wasser aus dem Kanal zurückdrücken, wenn keine Rückstausicherung eingebaut ist. Für Hausverwaltungen im 2. Bezirk bieten wir eine turnusmäßige Strang- und Grundleitungsreinigung an, etwa alle zwei bis drei Jahre, mit Kamerabefahrung und Bericht. Das ist günstiger als drei Notdiensteinsätze in einem Winter und zeigt früh, wo Gussrohre ihr Ende erreichen. Mehr zur Rohrreinigung für Wohnhäuser lesen Sie auf der Seite zur Rohrreinigung in der Leopoldstadt.
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