In der Leopoldstadt treffen Thermen aus drei Generationen aufeinander: alte Geräte in den Zinshäusern des Karmeliterviertels, Gasetagenheizungen in Gemeindebauten aus den Nachkriegsjahren und Fernwärmestationen in den neuen Häusern am Nordbahnhof. Dieser Beitrag erklärt, warum das Warmwasser oft nur lau kommt, wie ein Thermentausch technisch abläuft und was in Wohnhausanlagen im 2. Bezirk die bessere Lösung ist: eine Therme pro Wohnung oder eine Zentrale für alle.
Ratgeber · Thermenservice
Thermenwartung und Thermentausch in der Leopoldstadt (1020 Wien)
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Mehr erfahren zu RohrbruchWarmwasser nur lau: Kalk, Wärmetauscher und Zapfmenge
Der häufigste Anruf aus dem 2. Bezirk im Sommer lautet: Die Therme heizt, aber das Warmwasser wird nicht richtig warm oder schwankt zwischen heiß und kalt. Die Ursache sitzt meist im Plattenwärmetauscher, in dem das Heizungswasser seine Wärme an das Trinkwasser abgibt. Dort setzt sich Kalk ab, auch in Wien, wo das Hochquellwasser vergleichsweise weich ist; in Teilen der Leopoldstadt kann je nach Versorgungslage Grundwasser beigemischt sein, das deutlich härter ist. Ein verkalkter Tauscher lässt weniger Wasser durch, die Therme taktet und liefert lauwarm. Die Lösung ist eine Entkalkung mit einem Spülgerät oder, wenn die Platten schon dicht sind, der Austausch des Tauschers.
Zweite Ursache: Der Strömungsschalter, der die Therme beim Aufdrehen der Dusche einschaltet, hängt oder ist verschmutzt. Dritte Ursache: Die Zapfmenge passt nicht zum Gerät. Eine Regendusche mit hohem Durchfluss überfordert eine kleine Kombitherme, das Wasser kommt lau, weil die Leistung nicht reicht. Hier hilft ein Durchflussbegrenzer an der Dusche oder ein Gerät mit mehr Leistung. Viertens das Dreiwegeventil, das zwischen Heizung und Warmwasser umschaltet und mit den Jahren schwergängig wird. Wir prüfen diese Punkte in dieser Reihenfolge, weil die Entkalkung günstig ist und häufig schon reicht.
Thermentausch technisch: Brennwert, Abgasleitung und Kondensat
Wenn im Karmeliterviertel eine alte Therme getauscht wird, kommt fast immer ein Brennwertgerät. Es nutzt die Wärme im Abgas zusätzlich, verbraucht dadurch spürbar weniger Gas und ist seit Jahren der Standard. Der Tausch ist aber mehr als ein Gerät von der Wand nehmen und ein neues hinhängen. Erstens die Abgasführung: Brennwertgeräte haben kühle, feuchte Abgase, die einen bestehenden gemauerten Rauchfang schädigen würden. Deshalb wird ein Abgasrohr aus Kunststoff oder Edelstahl in den Fang eingezogen oder eine Abgasleitung durch die Außenwand geführt, je nach Lage und Zustimmung. Der Rauchfangkehrer prüft vorab, ob der Fang geeignet ist. Zweitens das Kondensat: Brennwertgeräte erzeugen leicht saures Kondenswasser, das über einen Siphon in den Abfluss geleitet wird; ein Abflussanschluss in Thermennähe ist deshalb Pflicht.
Drittens der Gasanschluss, der auf Dichtheit geprüft und gegebenenfalls erneuert wird. Viertens die Hydraulik: Neue Geräte haben eine modulierende Pumpe, und in alten Heizkörperkreisen lohnt sich beim Tausch eine Spülung, damit Schlamm aus Jahrzehnten nicht in den neuen Wärmetauscher wandert. Fünftens die Elektrik mit Raumthermostat, das die Therme witterungs- oder raumgeführt regelt. Ein Tausch in einer Wohnung im 2. Bezirk dauert meist einen Arbeitstag, mit Vorbereitung durch Rauchfangkehrer und Anzeige beim Netzbetreiber. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie auf der Seite zur Thermenwartung und zum Thermentausch.
Wohnhausanlage im 2. Bezirk: Eine Therme pro Wohnung oder eine Zentrale?
In den Gemeindebauten und Genossenschaftsanlagen der Leopoldstadt, etwa entlang der Vorgartenstraße oder am Handelskai, stellt sich bei Sanierungen eine Grundsatzfrage: Behält jede Wohnung ihre eigene Gastherme, oder wird das Haus auf eine zentrale Wärmeversorgung umgestellt? Für dezentrale Thermen spricht, dass jede Partei ihren Verbrauch selbst steuert und bezahlt und ein Ausfall nur eine Wohnung betrifft. Dagegen spricht, dass dutzende Geräte gewartet, geprüft und irgendwann getauscht werden müssen, mit dutzenden Abgaswegen im Haus. Eine Zentrale, ob Fernwärmestation, Gasbrennwertkessel oder Wärmepumpe im Keller, versorgt alle Wohnungen über einen Verteiler; die Abrechnung läuft über Wärmezähler pro Wohnung.
Der Umbau ist aufwendiger, weil Steigleitungen für Heizung und Warmwasser neu verlegt werden müssen, dafür entfallen die Gasleitungen in den Wohnungen und der Weg zur Fernwärme oder Wärmepumpe steht offen. In der Leopoldstadt, wo das Fernwärmenetz nahe liegt, ist die Zentrale mit Fernwärmeanschluss häufig die wirtschaftlich beste Lösung, zumal Wien den Gasausstieg vorantreibt und Förderungen für solche Umstellungen anbietet. Für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften erstellen wir eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Thermen mit Alter und Zustand als Entscheidungsgrundlage. Bis zur Entscheidung halten wir die bestehenden Geräte mit Wartung und Reparatur zuverlässig am Laufen.
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