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Ratgeber · Installateur

Installateur am Alsergrund (1090 Wien): Alte Leitungen, Heizung und Kalk

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Der Alsergrund ist ein Bezirk der Gründerzeit mit Neubauinseln: Servitenviertel und Lichtental auf der einen Seite, Althanviertel und die Häuser am Donaukanal auf der anderen. Für den Installateur ergeben sich daraus drei wiederkehrende Themen: die alten Leitungen und was sie mit dem Wasser machen, Heizungen, die nicht gleichmäßig warm werden, und die Frage, woher Kalk kommt, obwohl Wien weiches Wasser hat.

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Was aus dem Hahn kommt: Alte Leitungen im Servitenviertel und in Lichtental

Die Häuser rund um die Servitengasse und in Lichtental wurden gebaut, als Wasser noch aus dem Bassena am Gang kam. Die Leitungen in den Wohnungen wurden später eingezogen, in mehreren Wellen, und genau das prägt heute die Wasserqualität. Verzinkte Stahlrohre aus den Fünfzigern und Sechzigern rosten innen, geben Partikel ab und wachsen zu; das Ergebnis ist schwacher Druck, verfärbtes Wasser nach längerem Stillstand und verstopfte Perlatoren. Vereinzelt gibt es noch Bleistücke zwischen Steigstrang und Wohnung, die aus gesundheitlichen Gründen getauscht gehören. Kupferleitungen aus den Achtzigern sind meist in Ordnung, können aber an Übergängen zu Stahl korrodieren.

Was heißt das praktisch? Wer im 9. Bezirk in einem Altbau wohnt, sollte einmal wissen, aus welchem Material seine Leitungen sind; ein Blick beim Wasserzähler und unter dem Waschtisch reicht oft. Lassen Sie nach dem Urlaub das Wasser eine Minute laufen, bevor Sie es trinken. Bei Bleiverdacht bringt eine Wasserprobe Klarheit. Und wenn eine Sanierung ansteht, gehört der Tausch der Wohnungszuleitung dazu; er ist meist an einem Tag erledigt und bringt sofort mehr Druck. Für den Steigstrang ist die Hausverwaltung zuständig, und Mieter sollten schlechte Wasserqualität schriftlich melden. In den Neubauten des Althanviertels stellt sich die Frage nicht, dort sind es eher Wohnungsstationen und Filter, die gewartet werden wollen. Was wir am Alsergrund sonst anbieten, steht auf der Seite zum Installateur im 9. Bezirk.

Ein Heizkörper bleibt kalt: Entlüften, Druck und hydraulischer Abgleich

Es ist die häufigste Heizungsfrage im Herbst: Alle Heizkörper werden warm, nur der im Schlafzimmer nicht, oder er wird oben warm und bleibt unten kalt. Die erste Maßnahme ist das Entlüften. Mit dem Entlüftungsschlüssel wird das Ventil am Heizkörper geöffnet, bis statt Luft Wasser kommt; ein Tuch darunter fängt die Tropfen. Danach den Druck an der Therme prüfen, denn jede Entlüftung senkt ihn, und bei Bedarf nachfüllen. Bleibt der Heizkörper kalt, ist oft das Thermostatventil schuld: Der Stift darunter klemmt nach dem Sommer, ein leichtes Bewegen mit einer Zange löst ihn. Wird er nur oben warm, kann Schlamm im Heizkörper sitzen, ein Fall für eine Spülung.

Wird der Heizkörper am Ende des Kreises nie richtig warm, während die nahen überheizen, fehlt der hydraulische Abgleich: Das Wasser nimmt den Weg des geringsten Widerstands und erreicht die entfernten Heizkörper kaum. Beim Abgleich stellen wir an jedem Ventil die Durchflussmenge so ein, dass alle Räume gleichmäßig versorgt werden; das senkt auch den Verbrauch, weil die Therme mit niedrigerer Vorlauftemperatur auskommt. In den großen Altbauwohnungen am Alsergrund mit langen Leitungswegen und vielen Heizkörpern bringt der Abgleich oft den größten Unterschied. In Häusern mit Zentralheizung, etwa in Wohnhausanlagen nahe der Spittelau, ist der Abgleich Sache der Verwaltung; melden Sie kalte Heizkörper dort, statt selbst am Strangventil zu drehen.

Kalk am Alsergrund: Woher er kommt und was dagegen hilft

Wien bekommt sein Wasser überwiegend aus den Hochquellenleitungen, und das ist mit etwa 6 bis 10 Grad deutscher Härte weich bis mittelhart. Trotzdem sehen wir im 9. Bezirk verkalkte Duschköpfe, weiße Ränder an Armaturen und Kalk in Boilern. Drei Dinge erklären das. Erstens die Menge: Auch weiches Wasser enthält Kalk, und ein Boiler, der täglich hunderte Liter erhitzt, sammelt ihn über Jahre am Heizstab. Zweitens die Temperatur: Je heißer das Wasser, desto mehr Kalk fällt aus; ein Boiler auf 75 Grad verkalkt schneller als einer auf 60 Grad, wobei 60 Grad für die Legionellenvorsorge nötig bleiben. Drittens die Verdunstung: An Duschwänden und Armaturen verdunstet Wasser, und der Kalk bleibt als Fleck zurück, unabhängig von der Härte.

Was hilft? Gegen Flecken ein Abzieher nach dem Duschen und Essig oder Zitronensäure für die Reinigung, gegen verkalkte Perlatoren ein Bad in Essigwasser. Für Boiler eine Reinigung alle paar Jahre mit Tausch der Schutzanode. Für Thermen die jährliche Wartung, bei der der Wärmetauscher geprüft und bei Bedarf entkalkt wird. Eine Enthärtungsanlage ist in Wiener Wohnungen meist überflüssig; sie lohnt sich nur bei besonders hartem Wasser, wie es in manchen Randbezirken und in Niederösterreich vorkommt. Wer im 9. Bezirk trotzdem starke Verkalkung sieht, hat oft alte Stahlleitungen, deren Ablagerungen mit Kalk verwechselt werden; dann hilft nicht der Enthärter, sondern der Leitungstausch.

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