Der Alsergrund hat alte Häuser mit vielen Wohnungen pro Strang, dichte Studentenviertel mit Waschmaschinen im Bad und Keller, die nahe am Donaukanal unter dem Grundwasserspiegel liegen. Dieser Beitrag erklärt, wann ein Strang gereinigt und wann er saniert werden sollte, warum Waschmaschinenabflüsse im 9. Bezirk so oft verstopfen und wie Keller gegen Rückstau geschützt werden.
Ratgeber · Rohrreinigung
Abflussreinigung am Alsergrund (1090 Wien): Strang, Waschmaschine und Wasser im Keller
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Mehr erfahren zu RohrbruchStrang reinigen oder sanieren: Entscheidungshilfe für Hausverwaltungen
Wenn in einem Zinshaus im Servitenviertel die unteren Wohnungen regelmäßig Rückstau melden, steht die Verwaltung vor einer Frage: Reicht eine Reinigung, oder ist der Strang am Ende? Die Antwort liefert die Kamerabefahrung nach der Reinigung. Zeigt sie glatte Rohrwände mit Ablagerungen, die sich lösen ließen, reicht ein Reinigungsintervall von zwei bis drei Jahren. Zeigt sie narbige Innenwände, eingebrochene Muffen, Versätze oder Wurzeln aus dem Hof, ist die Sanierung fällig. Für die Sanierung gibt es Stufen: Inliner für die Grundleitung ohne Aufgraben, Austausch des Strangs im Zuge einer Strangsanierung, die auch Wasser und Heizung erfasst, oder partielle Reparaturen mit Kurzlinern an einzelnen Schadstellen.
Kostenseitig gilt: Die Reinigung läuft über die Betriebskosten, die Sanierung über die Rücklage oder eine Sonderumlage, und ein Bericht mit Video ist die Grundlage für den Beschluss der Eigentümer. Für Mieter ist wichtig zu wissen, dass Strangprobleme Sache des Hauses sind und an die Verwaltung gemeldet werden, nicht auf eigene Rechnung behoben. Was wir für Verwaltungen im 9. Bezirk anbieten: die Reinigung von Strängen und Grundleitungen über Putzöffnungen im Keller, die Kamerabefahrung mit Protokoll, eine Bewertung mit Empfehlung und, wenn nötig, die Sanierung ohne Aufbruch. Ein Hinweis aus der Praxis: In vielen Altbauten am Alsergrund fehlen Putzöffnungen, und die Reinigung läuft über den Anschluss einer Wohnung; das Nachrüsten einer Öffnung im Keller macht jede künftige Reinigung einfacher. Mehr dazu auf der Seite zur Rohrreinigung im 9. Bezirk.
Waschbeton im Abfluss: Warum Waschmaschinenleitungen so oft verstopfen
In den Garçonnièren und WGs rund um die Universität steht die Waschmaschine im Bad, und ihr Abfluss ist im 9. Bezirk einer der häufigsten Einsatzorte. Der Grund ist eine Mischung, die wir intern Waschbeton nennen: Waschmittelreste, Weichspüler, Flusen und Kalk verbinden sich in der Ablaufleitung zu einer harten, grauen Masse, die den Querschnitt über Monate schließt. Begünstigt wird das durch niedrige Waschtemperaturen, bei denen sich Waschmittel schlechter löst, durch Überdosierung und durch lange, flach verlegte Anschlussleitungen, in denen das Wasser langsam läuft. Das erste Zeichen ist Wasser, das beim Abpumpen aus dem Standrohr hochkommt oder im Siphon des Waschbeckens gluckert, an das die Maschine angeschlossen ist.
Vorbeugen ist einfach: Waschmittel nach Dosierempfehlung, ab und zu ein Waschgang mit 60 Grad ohne Wäsche, Flusensieb der Maschine regelmäßig reinigen, den Ablaufschlauch nicht zu tief in das Standrohr stecken, damit ein Luftspalt bleibt. Ist die Leitung bereits zu, hilft eine Spirale mit passendem Kopf oder eine Spülung; chemische Mittel wirken bei Waschbeton kaum. In vielen Wohnungen am Alsergrund ist die Maschine nachträglich an den Waschtischsiphon angeschlossen, was funktioniert, aber den Siphon schneller verstopft; ein eigener Geräteanschluss mit Rückflusssicherung ist die bessere Lösung, wenn ohnehin gearbeitet wird. Und wer bei einem Mieterwechsel die Wohnung übernimmt, sollte den Waschmaschinenanschluss gleich prüfen lassen, bevor die erste Ladung im Bad steht.
Keller am Donaukanal: Rückstauklappe oder Hebeanlage?
Die Häuser zwischen Roßauer Lände und Liechtensteinstraße stehen nahe am Donaukanal, und ihre Keller liegen tief. Bei Starkregen füllt sich der Kanal, bei hohem Wasserstand steigt das Grundwasser, und beides drückt in die tiefsten Abläufe: Waschküchen, Kellerduschen, Bodenabläufe in Lagerräumen. Für den Schutz gibt es zwei Wege, und die Wahl hängt vom Keller ab. Die Rückstauklappe ist ein Ventil in der Grundleitung, das sich bei Rückfluss schließt; sie ist einfach, günstig und für Räume geeignet, die nicht ständig entwässern müssen, etwa Kellerabteile mit Bodenablauf. Ihr Nachteil: Während sie geschlossen ist, kann nichts aus dem Keller abfließen, und sie muss gewartet werden, sonst hält eine verschmutzte Klappe nicht dicht.
Die Hebeanlage sammelt das Abwasser in einem Behälter und pumpt es über die Rückstauebene in den Kanal; sie ist die richtige Lösung für Räume, die auch bei Rückstau funktionieren müssen, etwa eine Waschküche oder eine Kellerwohnung, kostet aber mehr, braucht Strom und eine jährliche Wartung. Für Eigentümergemeinschaften am Alsergrund gilt: Ein Blick in den Keller zeigt, ob überhaupt eine Sicherung vorhanden ist; in vielen Gründerzeithäusern fehlt sie, weil die Keller ursprünglich keine Abläufe hatten. Nach einem Rückstau-Ereignis prüfen wir die Grundleitung mit der Kamera, weil zurückgedrücktes Wasser Sand und Schlamm hinterlässt, und beraten, welche Lösung für den jeweiligen Keller sinnvoll ist. Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem Sommer, nicht nach dem ersten Gewitter.
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