Der Alsergrund liegt in Sichtweite der Spittelau, deren Fernwärme viele Häuser im 9. Bezirk versorgt. Trotzdem heizen zahlreiche Altbauwohnungen im Servitenviertel, in Lichtental und rund um die Universität mit Gasthermen, die in die Jahre gekommen sind. Dieser Beitrag erklärt, wie ein Thermentausch abläuft, warum Kalk oft das eigentliche Problem ist und wann eine Zentrale für das ganze Haus die bessere Lösung wäre.
Ratgeber · Thermenservice
Thermentausch am Alsergrund (1090 Wien): Ablauf, Kalk und Hauszentrale
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Mehr erfahren zu RohrbruchThermentausch Schritt für Schritt: Von der Besichtigung bis zur Abnahme
Ein Thermentausch am Alsergrund beginnt mit einer Besichtigung. Wir sehen uns das alte Gerät, die Abgasführung, die Gasleitung, den Aufstellort und die Zapfstellen an und klären mit dem Rauchfangkehrer, ob der bestehende Rauchfang für ein Brennwertgerät geeignet ist oder ein Abgasrohr eingezogen werden muss. Danach erhalten Sie ein Angebot mit Gerät, Zubehör, Arbeit und den Nebenleistungen, etwa der Anzeige beim Netzbetreiber. Nach Ihrer Zusage bestellen wir das Gerät, die Lieferzeit liegt bei wenigen Tagen bis zwei Wochen. Am Einbautag wird das alte Gerät abgebaut, die Abgasleitung gesetzt, Kondensatablauf und Anschlüsse angepasst, das neue Gerät montiert, befüllt, entlüftet und auf Gasdichtheit geprüft.
Bei alten Heizkreisen spülen wir vorher, damit Schlamm aus Jahrzehnten nicht in den neuen Wärmetauscher wandert. Die Inbetriebnahme umfasst die Abgasmessung, die Einstellung von Heizkurve und Warmwassertemperatur und die Einweisung in die Bedienung. Der Rauchfangkehrer nimmt die Abgasanlage ab. In den Gründerzeitwohnungen des 9. Bezirks dauert das üblicherweise einen Arbeitstag; vorbereiten müssen Sie nur den Zugang. Wichtig vor dem Tausch ist eine Frage: Soll es wieder Gas sein? Wenn das Haus einen Fernwärmeanschluss plant, kann eine Übergangslösung sinnvoller sein als ein neues Gerät für 20 Jahre. Details zum Ablauf finden Sie auf der Seite zur Thermenwartung und zum Thermentausch.
Kalk im Wärmetauscher: Wenn das Warmwasser nur noch tröpfelt
Viele Anrufe aus dem Alsergrund, die mit dem Wunsch nach einer neuen Therme beginnen, enden mit einer Entkalkung. Der Grund: In der Kombitherme gibt ein Plattenwärmetauscher die Wärme des Heizwassers an das Trinkwasser ab, und in seinen engen Kanälen setzt sich Kalk ab, auch bei weichem Wiener Wasser, weil täglich viele Liter erhitzt werden. Die Symptome sind typisch: Das Warmwasser wird lau, die Menge nimmt ab, die Therme taktet, und beim Aufdrehen dauert es lange, bis Wärme kommt. Manchmal klopft das Gerät beim Aufheizen, weil Wasser an den heißen Ablagerungen verdampft. Die Abhilfe ist eine chemische Spülung des Tauschers mit einem Entkalkungsgerät oder, wenn die Platten schon dicht sind, der Austausch des Tauschers, beides deutlich günstiger als ein neues Gerät.
Vorbeugen lässt sich mit einer niedrigeren Warmwassertemperatur, denn je heißer, desto mehr Kalk fällt aus; 55 bis 60 Grad reichen für Komfort und Hygiene. Ein Filter oder Kalkschutz vor der Therme hilft bei hartem Wasser, das im 9. Bezirk aber selten ist. Was wir bei der Wartung tun: Wir messen die Warmwasserleistung und den Temperaturverlauf und erkennen Kalk, bevor er das Gerät abschaltet. Ein verkalkter Tauscher bei einer Therme, die älter als 15 Jahre ist, kann allerdings der Moment sein, über den Tausch nachzudenken; dann rechnen wir Ihnen beide Varianten vor. Und wer im Servitenviertel gerade ein Bad saniert, sollte den Zustand der Therme gleich mitprüfen lassen.
Einzelthermen oder Hauszentrale: Die Entscheidung im Haus am Alsergrund
Ein Zinshaus im 9. Bezirk mit 25 Wohnungen hat oft 25 Gasthermen, 25 Abgaswege und 25 Wartungstermine im Jahr. Bei einer Generalsanierung oder wenn viele Geräte gleichzeitig alt werden, stellt sich die Frage nach einer zentralen Lösung. Die Hauszentrale, sei es eine Fernwärmestation, ein Brennwertkessel oder eine Wärmepumpe im Keller, versorgt alle Wohnungen über neue Steigleitungen für Heizung und Warmwasser; die Abrechnung läuft über Wärmezähler je Wohnung. Vorteile: ein Gerät statt 25, keine Gasleitungen mehr in den Wohnungen, die Möglichkeit, Fernwärme oder Wärmepumpe zu nutzen, und Förderungen für die Umstellung. Nachteile: ein größerer Umbau mit Eingriffen in alle Wohnungen und die Notwendigkeit eines Beschlusses der Eigentümer oder des Hausbesitzers.
Am Alsergrund ist die Fernwärme ein starkes Argument, weil das Netz rund um die Spittelau dicht ist und ein Anschluss oft kurz ist. Für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen erstellen wir eine Bestandsaufnahme aller Thermen mit Alter, Zustand und Restnutzungsdauer, dazu einen Vergleich der Varianten mit den aktuellen Förderungen. Bis zur Entscheidung halten wir die vorhandenen Geräte mit Wartung und Reparatur zuverlässig am Laufen. Für Mieter ändert sich vorerst nichts: Wartung wie bisher, Defekte an den Vermieter melden. Und wer als Einzelner in einem Haus eine neue Therme braucht, sollte bei der Verwaltung nachfragen, ob ein zentrales Projekt geplant ist, bevor er in ein Gerät für 20 Jahre investiert.
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