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Ratgeber · Badsanierung

Badsanierung in Mariahilf (1060 Wien): Was im Zinshaus anders ist

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Mariahilf ist Wiens Bezirk der Zinshäuser: Zwischen Mariahilfer Straße, Gumpendorfer Straße und dem Naschmarkt steht Gründerzeit an Gründerzeit, dazu Geschäfte und Lokale im Erdgeschoß. Wer hier ein Bad saniert, arbeitet fast immer im Altbau. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es dabei ankommt, welche Fehler am häufigsten passieren und wie ein Bad im 6. Bezirk auch später im Leben noch passt.

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Tramdecke, Steigstrang, Lichthof: Die Besonderheiten der Gründerzeit

Ein Gründerzeithaus in Mariahilf verrät seine Bauweise, sobald der Boden offen ist. Unter den Fliesen liegt meist eine Tramdecke aus Holzbalken mit Beschüttung, und darauf darf nicht beliebig viel Gewicht und Feuchtigkeit kommen. Eine bodengleiche Dusche braucht hier einen sorgfältig geplanten Aufbau, oft mit flacher Duschwanne statt einer gefliesten Fläche, damit das Gefälle ohne tiefe Eingriffe in die Decke erreicht wird. Der Steigstrang verläuft meist im Lichthof oder in einem Schacht neben dem Bad; er versorgt alle Wohnungen übereinander, und jede Wasserabschaltung betrifft das ganze Haus. Deshalb planen wir Arbeiten am Strang gebündelt und kündigen sie mit Aushang an.

In vielen Häusern liegen noch verzinkte Stahlleitungen, die innen zugewachsen sind und für schwachen Druck sorgen; sie werden bei der Sanierung durch Kunststoff- oder Edelstahlleitungen ersetzt. Die Abflussrohre sind häufig aus Guss, mit Muffen, die undicht werden, sobald man daran rüttelt, was einen Austausch bis zum Strang sinnvoll macht. Hinzu kommen Wandstärken von mehreren Ziegeln, die das Schlitzen aufwendig machen, und Fenster zum Lichthof, die Lüftung ermöglichen, aber Kälte bringen. All das ist lösbar, wenn es vor dem Angebot bekannt ist. Deshalb sehen wir uns jedes Bad in Mariahilf vor der Planung an.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Badsanierung im Altbau

Aus vielen Sanierungen im 6. Bezirk wissen wir, wo es typischerweise hakt. Erstens: Der Umfang wird unterschätzt. Wer nur die Fliesen tauschen will und dann auf undichte Gussrohre stößt, muss umplanen; besser ist es, den Leitungszustand vor der Entscheidung zu kennen. Zweitens: Die Reihenfolge stimmt nicht. Fliesen werden bestellt, bevor der Plan fertig ist, oder der Elektriker kommt, wenn die Wände bereits verputzt sind. Drittens: Die Trocknung wird nicht eingeplant. Ein Estrich oder ein frisch verputzter Ziegel braucht Tage, und wer darüber hinwegfliest, schließt Feuchtigkeit ein.

Viertens: Das Provisorium fehlt. Ist das Bad das einzige in der Wohnung, muss vorher klar sein, wo geduscht wird und ob ein Not-WC gestellt wird. Fünftens: Die Nachbarn und die Hausverwaltung werden zu spät informiert. In einem Haus mit Lokal im Erdgeschoß und Wohnungen darüber sind Lärmzeiten und Wasserabschaltungen mit Vorlauf anzukündigen. Die Lösung ist eine Planung, die jeden Schritt vorwegnimmt: Bestandsaufnahme, Anschlussplan, Materialliste, Angebot, Zustimmung, Terminplan mit Puffer. Wer diesen Ablauf einhält, erlebt keine bösen Überraschungen und behält die Kosten im Blick. Die Schritte im Detail stehen auf unserer Seite zur Badsanierung in Mariahilf.

Ohne Lift, aber mit Weitblick: Barrierefrei im Zinshaus

Viele Zinshäuser in Mariahilf haben keinen Lift, und die Bewohner bleiben dennoch bis ins hohe Alter. Ein Bad, das mitwächst, ist darum keine Frage des Alters, sondern der Vorsorge. Der wichtigste Schritt ist der schwellenlose Duschbereich, im Altbau mit einer sehr flachen Duschfläche und einem rutschhemmenden Belag umgesetzt. Ein wandhängendes WC lässt sich in bequemer Höhe montieren, der Waschtisch bekommt seitlich Platz, um sich abzustützen, und die Wand hinter Dusche und WC wird so verstärkt, dass Haltegriffe jederzeit nachgerüstet werden können. Eine Tür, die nach außen aufgeht oder als Schiebetür läuft, lässt sich im Notfall auch dann öffnen, wenn jemand dahinter gestürzt ist.

Armaturen mit Hebel und Thermostat mit Verbrühschutz erleichtern die Bedienung. Auch die Beleuchtung zählt: blendfreies, helles Licht am Spiegel und ein Nachtlicht auf Kniehöhe verhindern Stürze. Wer das Bad ohnehin saniert, kann diese Punkte fast ohne Mehrkosten einbauen, während ein späterer Umbau unter Zeitdruck teuer wird. Für altersgerechte Umbauten gibt es je nach Situation Förderungen, deren Bedingungen sich ändern; wir weisen bei der Planung darauf hin. So bleibt die Wohnung im 6. Bezirk lange bewohnbar, ohne dass das Bad wie ein Pflegezimmer aussieht.

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